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31.05.2009 / Erfolgreiche Kesseldruckprobe in Gent
Erfolgreiche Kesseldruckprobe in Gent

Gichtgas-Kraftwerk geht im Oktober in Betrieb

Duisburg, 31. Mai 2009 Nach Duisburg-Hamborn und dem chinesischen Baoshan nun also Gent: Ein weiterer Gichtgaskessel von Hitachi Power Europe (HPE) geht noch in diesem Jahr in der belgischen Hafenstadt in Betrieb. Die Anlage hat jetzt – unter den kritischen Augen des deutschen TÜV und belgischen Vincotte – ihre Kesseldruckprobe bestanden. Rund 80 Mio. Euro beträgt das Investitionsvolumen für den Großdampferzeuger, insgesamt 300 Mio. Euro investiert der Energieversorger Electrabel in den Bau des Kraftwerks, das derzeit von einem Konsortium unter Federführung von Siemens errichtet wird.

Gichtgas – eine Mischung aus Stickstoff, Kohlenstoffmonoxid, CO2 und Wasserstoff – ist ein „Abfallprodukt“ bei der Stahlherstellung. Es entsteht im Hochofen und wird von dort abgeleitet, gereinigt und anschließend als brennbares Gas zur Stromerzeugung genutzt. In vielen Stahlwerken – etwa in Osteuropa – wird Hochofengas jedoch nach wie vor „abgefackelt“. Insofern stellt die zusätzliche Stromerzeugung einen sinnvollen Beitrag zur Schonung von Ressourcen und zum Umweltschutz dar. Bei der Kesseldruckprobe prüft ein Sachverständiger, ob der Kessel den hohen Belastungen (Dampftemperatur, -druck) standhält oder ob Lecks auftreten. In Gent wurde zu diesem Zweck im Kessel ein Dampfdruck von 420 bar erzeugt – also weit mehr als die später im Normalbetrieb erforderlichen 240 bar. Bei der anschließenden Begehung fanden die Sachverständigen keine undichten Stellen. Das eingesetzte Material – Heizflächen, Sammler und Wände des Kessels lieferte die HPE-Tochtergesellschaft „Meeraner Dampfkesselbau GmbH“ – hatte damit seine Festigkeit bewiesen. Bauleitung und TÜV dokumentierten dies anschließend mit dem traditionellen Stempeln des Schildes am Kessel. Der Gichtgas-Kessel in Gent ist vom gleichen Typ wie die bestehenden Anlagen von RWE Power AG in Duisburg-Hamborn (Inbetriebnahme im Jahr 2003) und von Baoshan Iron & Steel Company in Baoshan, einem Ortsteil von Shanghai (2008). „Im Gegensatz zur Steinkohle- oder Braunkohleverbrennung enthält das Gichtgas keine Stäube, eine Rauchgasreinigung ist daher nicht erforderlich“, erklärt Wilhelm Dickel, technischer Projektleiter für Gent. Dennoch gebe es in jedem Großprojekt neue Herausforderungen. Zum Beispiel, weil wie in Gent neue Werkstoffe (warmfeste Stähle) zum Einsatz kommen oder weil die Montage-Termine eng getaktet sind. „Auch der küstennahe Standort bedingte immer wieder Einschränkungen aufgrund un-günstiger Wetterverhältnisse“, so Wolfgang Marschewski, Geschäftsführer von Hitachi Power Europe. „Dennoch hat es die von HPE geführte Montagemannschaft mit größtem persönlichen Engagement geschafft, die engen Terminvor gaben weitestgehend einzuhalten.“ Im Oktober dieses Jahres soll die 300-Megawatt-Anlage in Betrieb gehen und das Gichtgas aus dem benachbarten Stahlwerk verstromen – ein weiterer Meilenstein für den Energieanlagenbauer Hitachi Power Europe.

 


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